Eine kleine Bienenkunde

Hier habe ich viele interessante Informationen über Bienen zusammengestellt, die ich in unserem Hack-Museumsgarten erst so richtig lieben gelernt habe!

Auf der Eingangsseite haben Sie ja schon eine Menge Bilder gesehen, die Sie vielleicht auf dieses Völkchen aufmerksam gemacht haben. Auf dieser umfangreichen Artikelseite will ich Ihnen viele Hintergründe näher bringen, um Sie ebenfalls für diese unfassbar nützlichen Insekten zu begeistern; ich hoffe, dass mir das gelingt.

Museumsbienen


In unserem museumsgARTen gab es seit 2012 zwei Honigbienenstöcke auf dem Vordach des Museums, aufgestellt und betreut von Imker Klaus Eisele, dem Ersten Vorsitzenden des Imkerverbandes Rheinland-Pfalz.
Leider sind die beiden Völker Anfang 2017 komplett eingegangen!

 
Klaus Eisele auf dem Vordach des Museums (Foto von 2013: Ilona Schäfer)

Wildbienenhotel

Zu den Bienenstöcken auf dem Dach gesellt sich ein künstlerisch gestaltetes 'Wildbienenhotel' namens Zeit.arbeit von Fritz Eicher:



Mehr Informationen gibt es auf der Homepage von Fritz Eicher, die allerdings nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen: Zeit.arbeit

Wildbienenbehausungen

Überdies hat Fritz Eicher auch als Beispiel für Hobbygärtner, die in ihrem Refugium diesen 'wilden' Gesellen eine Heimstatt bieten wollen, im Museumsgarten eine Nist- und Versteckmöglichkeit aufgebaut:

    

Bienentränken im Garten

Beide Bienenarten (Honig- und Wildbienen) nutzen unseren Garten als eine Art 'Vorgarten': Sie stillen gerne ihren Durst an zwei Quellen, oder sie nutzen auch die angebotenen Pflanzen als schnelle und bequeme Futterquelle; wobei sich hierbei die Honig- von den Wildbienen gehörig unterscheiden! In welchen Punkten, werden Sie später erfahren...


 

Das Kunstwerk "Wasser für die Welt" gilt auch als Einladung für durstige Bienchen aus der Umgebung!



Unten an einem Styropor-Beet, das wegen seiner exotischen Bepflanzung sehr feucht gehalten wurde
 

An der Vogeltränke, gestaltet von Hans Günter Thiele ... 

... laben sich die Bienchen am feuchten Moos ...



Bienen als Bestäuber

Landauf landab sind Honigbienen bei Genießern, Landwirten, Obstbauern und Mutter Natur beliebt. Schließlich ver­danken wir ihnen nicht nur wertvollen Honig, denn als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen sowie als wichtiges Bindeglied in vielen Lebensgemeinschaften nehmen sie eine bedeutende Rolle ein.
Anders gesagt: Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Mehr noch: Vielen Tierarten sichern sie die Nahrungsgrundlage: diese sind auch von üppigen Fruchtständen abhängig!

Hier eine Tabelle mit aufschlussreichen Informationen über Erträge mit und ohne Bienen:


Honigbienen

Honigbienen sind ohne den Imker nicht überlebensfähig! Für das Bien (so nennt man das Gesamtvolk), müssen in sog. Stöcken (wie am Anfang dieser Seite zu sehen ist) die recht schmalen Unterlagen für die Waben angelegt werden: hier ist besonders darauf zu achten, dass diese Grundlage keinesfalls komplett an das Wabenholz befestigt wird!


(Foto: Ilona Schäfer)

    Der Grund: Die Schwingungen bei den 'Bienentänzen' (dazu mehr unter diesem Stichwort in der Linkleiste), die von erfolgreichen Sucherinnen auf andere übertragen werden, um eine Futterquelle anzuzeigen, würden behindert werden! Das Bien füllt den Rest des Wabenrahmens von ganz alleine auf, in dem Maße, wie sie es benötigen.

 
  


(Unteres Foto: Ilona Schäfer)

Die vollen Waben müssen vom Honig befreit werden, da dieser nicht vom Bienenvolk selbst verbraucht werden kann: die Stöcke würden regelrecht verstopfen und das Bien (so nennt man das vollständige Bienenvolk)  hätte enorme Probleme...
Insofern ist die Entnahme des Honigs also kein 'Diebstahl' des Imkers, sondern eine notwendige Maßnahme: Genau dafür sind die Honigbienen da!
Im Winter, wenn keine Nahrung zu finden ist, muss im Gegensatz Zuckerlösung als Nahrung in die Stöcke zugebracht werden, falls die Reserven im Stock nicht ausreichen.

 In einem Stock der Honigbienen findet sich ein kaum glaublicher Staat, in dem jede 'Bürgerin' eine ganz spezifische Aufgabe erfüllt; einen Status für den jeweiligen 'Dienstgrad' erhält jede Biene durch einen besonderen Mix aus Nahrung, die ihr durch 'Ammen' während der frühesten Entwicklungsphase verabreicht wird: So können je nach Bedarf gezielt Futtersucherinnen, Wächterinnen, Putzfrauen, Kinderstrubenbetreuerinnen usw. hervorgebracht werden. Natrürlich gibt es auch 'Männer', die Drohnen; dazu mehr unter dem Stichwort "Drohnen" in der Linkleiste.
 Im Falle eines Verlustes der Bienenkönigin, die zu nichts anderem dient, als unaufhörlich Nachwuchs zu erzeugen, kann auf diese Art auch eine neue Königin heran gezogen werden: Eine neu geschlüpfte Biene bekommt ausschließlich den wertvollsten Nährstoff, das Ambrosia, auch unter dem Namen Gelee Royale bekannt!
Sie ist wahrlich keine Königin, sondern Untertanin des Volkes als reine Eierlegmaschine, die von vielen Helferinnen ständig sorgsam gehegt und gepflegt wird, weil sich die körperlich übergroße Königin nur noch von einer Wabe zur nächsten bewegt, um ihre Eier abzulegen: das können in der Hochsaison im Juni bis zu 2.000 am Tag sein!

Oft wird auch bewusst eine neue Königin herangezogen - meist jährlich im Mai/Juni - um das Volk zu erweitern: Dann zieht die alte Königin aus und nimmt rund die Hälfte des Staates mit, was durchaus 8.000 Bienen sein können. Anschauliche Artikel finden Sie auf dieser Seite.

Bienentanz

Hat eine Sucherin ein Erfolg versprechendes Areal für die Nahrungsaufnahme gefunden, so fliegt sie zunächst zum Stock zurück, orientiert sich und fliegt danach wieder hin. Das macht sie bis zu vier Mal und prägt sich dabei die Flugroute mitsamt allen erforderlichen Informationen ein.
   Danach beginnt im Stock der Bienentanz, bei dem all diese Informationen an die Sammlerinnen weiter gegeben werden: Die Sucherin gibt nicht nur exakt an, in welcher Richtung die Nahrungsquelle zu finden ist, sondern auch, wie weit die Sammlerinnen zu fliegen haben! Ebenfalls wird durch die Heftigkeit des 'Tanzes' mitgeteilt, wie sehr sich die Quelle lohnt und wie viele Kolleginnen somit ausrücken können.
   Übersetzt könnte das für unsere Museumsbienen heißen: "Achtung Mädels! Die Robinienblüten beim Lutherturm sind reif zur Ernte! Bewegt eure Flügel nach 47° 25' N, 10° 59' O, Höhe ab 8 Meter über unserem Stock; Entfernung: rund 167 Meter, dann seht ihr die Bäume direkt vor euch! Geschätzer Ertrag: Gut und gerne 200 Grämmchen! Also nix wie los! Ich mach mich derweil wieder auf die Flügel und such' uns was anderes... Bis denn, viel Erfolg!"

Drohnen

Drohnen sind männliche Bienen, von denen es allerdings nur wenige in einem Stock gibt. Sie haben keine vorbestimmte Aufgabe, sondern 'hängen einfach nur ab' und lassen sich füttern! Manchmal geben sie sich aber auch einer Freizeitbeschäftigung hin, wenn ihnen allzu langweilig wird: Waben kühlen oder die Brut wärmen, mehr ist nicht drin; außer bei einer überaus großen Aufgabe! Wonach sich die erfolgreichen Drohnen allerdings aus dem Leben verabschieden müssen...
   Gesichert ist nicht, wann und wo die Drohen ihre Aufgabe der Begattung einer Königin vornehmen; sicher ist nur, dass es nie bei der eigenen Königin geschieht, um Inzucht zu vermeiden.

Bienenhochzeit

Drohnen verschiedener Völker versammeln sich an geheimen Orten in der Luft, bis zu 30 Meter hoch, wohin sich auch junge Königinnen zu ihrem ersten und einzigen Hochzeitsflug einfinden.
   Dort paaren sich die Königinnen verschiedener Völker jeweils mit bis zu 20 Drohnen, die nicht aus dem eigenen Volk stammen. Dieser Vorrat an Spermien reicht für das ganze Leben der Königin, die mehrere Jahre alt wird und dabei mehrer Hunderttausend Eier aus diesem Vorrat in ihrem Leib befruchten kann.
   Allerdings werden nicht alle Eier befruchtet: aus diesen entstehen Drohnen. Die anderen werden sich zu Arbeiterinnen mit ihren spezifischen Aufgaben entwickeln; diese können keine Eier legen.

Wildbienen


 (Foto: Internet)  

Wildbienen kommen in Siedlungsbereichen durchaus in großer Zahl vor. Dass vielen Menschen bei dem Begriff "Biene" jedoch nur die Honigbiene des Imkers einfällt, hat seine Gründe:

  •  es werden etliche Wildbienenarten aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Honigbienen oder Wespen leicht mit diesen verwechselt;
  •  die kleinen Wildbienen fallen wegen ihrer oft geringen Größe nicht so auf wie Honigbienen oder werden gar nicht als Bienen erkannt;
  •  auch die durch ihre Größe und Färbung auffälligen Hummeln werden meist gar nicht als Wildbienen identifiziert, obwohl sie dazu gehören;
  •  und schließlich sind nicht wenige Bienenarten durch den zerstörerischen Einfluss des Menschen schon recht selten geworden oder finden in Gärten nicht ihre geeigneten Lebensräume, werden also kaum wahrgenommen. 

Circa 30.000 Wildbienenarten leben auf unserer Erde; in Deutschland zur Zeit etwa 550. In den alten Bundesländern sind 380 davon nestbauende Arten, die anderen (immerhin 24%) sogenannte Kuckucks-Wildbienen, also Schmarotzer, die die Nester anderer Arten parasitieren.
   Rund 45 Wildbienen-Gattungen leben solitär, d. h. es sind Einsiedlerbienen, die niemals 'Völker' gründen und ganz alleine oder nur eingeschränkt mit Artgenossen zusammenleben.
   Jedes Weibchen sorgt nach der Befruchtung alleine für Nachwuchs, indem es eine artspezifischen Brutzelle mit Proviant versorgt, ein Ei legt und das Nest dann verschließt.
   Wenn mehrere Weibchen derselben Art dies an derselben Stelle tun, so kooperieren sie in der Regel nicht, sondern finden nur wegen der günstigen Nistgelegenheit in sogenannten Aggregationen zusammen. Einige Arten haben immerhin eine (gelegentliche)  kommunale Nistweise entwickelt. Nur drei bzw. vier Bienen-Gattungen enthalten Arten, die verschiedene höhere Grade sozialer Organisation aufweisen:

  • Furchen- und Schmalbienen
  • Hummeln
  • Honigbienen; die Wildform ist im deutschsprachigen Raum praktisch ausgerottet. 

Blauschwarze Holzbiene

 
  (Foto: Internet)

Diese Form der Wildbiene nenne ich nur, weil sie mir erstmals in meinem Leben in unserem Museumsgarten begenet ist!
Bisher hatte ich nichts von ihr gewusst... Erst Imker Klaus Eisele klärte mich auf, als ich ihm den alten Birkenstumpf zeigte, wo ich diese Biene (von der ich nicht mal wusste, dass es eine solche ist!) voller Überaschung über dieses unbekannte 'Ding'  aufnehmen konnte:
   Ich wurde darauf nur aufmerksam, weil ich 'Sägespäne' am Boden dieses Birkenstumpf entdeckte, die offenbar aus zwei großen Löchern gerieselt waren und ich mir Gedanken machte, warum diese Löcher von diesem Gärtner hineingebohrt wurden!
   Kurz danach flog mir dieser riesige Brummer lautstark um die Ohren...
   Ich konnte dieses Insekt leider nur fotografieren, wie es sich in eines der beiden Löcher ackerte; alleine das Hinterteil zeigt aber die schiere Größe! 
   Beim An- oder Abflug war mir keine Aufnahme gegönnt: Diese Raserei konnte ich einfach nicht auf einem Bild festhalten! 
  

Warum bohrt ein Mitgärtner hier ein Loch rein?

   
So flogen die Späne also heraus! 

Ein großer, bis zu 4 cm langer und recht breiter schwarzer Leib, mit wunderschön blauschillernde Flügeln – die Blauschwarze Holzbiene ist schon eine auffällige Erscheinung! Dabei gleicht sie in Größe und Körperbau viel eher einer Hummel als einer Biene, aber so lange dunkle Flügel hat keine Hummel.
  Die Holzbiene scheut sich keineswegs, in Dörfer und Städte vorzudringen – Hauptsache, es gibt totes Holz. Ob sie dieses nun in abgestorbenen Teilen eines Park- oder Streuobstbaums findet oder in einem alten Pfahl oder im Gebälk eines betagten Hauses ist nicht entscheidend, solange die Lage sonnig ist. Die Holzkonsistenz sollte sich gerade richtig zwischen noch recht hart und nicht zu morsch bewegen, um das Nest hineinnagen zu können. Daher hat die Blauschwarze Holzbiene auch ihren Namen.
   Sie ist sehr zeitig im Frühjahr unterwegs und suckelt dann an Schneeglöckchen oder Winterjasmin Nektar. Wobei sie teilweise recht rabiat vorgeht: Wenn sie mit ihrer Zunge nicht zur begehrten Nektarquelle vordringen kann, beißt sie mit ihren holzerprobten kräftigen Mandibeln kurzerhand seitlich ein Loch in die Blütenröhre, durch das sie dann locker zum Blütengrund und damit an den Nektar gelangen kann. Die Blüte hat von diesem „Nektarraub“ aber nichts, weil die Biene so weder mit den Staubgefäßen noch dem Blütenstempel in Berührung kommt, es also keine Bestäubung gibt.

Wie können wir dieser Art helfen?

Die Blauschwarze Holzbiene mag es warm: In unserer Gegend kommt sie nur in Lagen unterhalb 500 Meter vor, bevorzugt in der Oberrheinebene sowie im Neckartal. Ihr Problem ist, dass sie zum Nestbau auf totes Holz angewiesen ist – und das findet sich immer seltener. Tote Bäume stellen im Siedlungsbereich häufig ein Risiko da. Und Streuobstwiesen mussten oft Neubausiedlungen weichen. Wo immer es möglich ist, sollten also alte Bäume mit teilweise totem Holz erhalten werden – das hilft auch der Holzbiene.

Der wirtschaftliche Nutzen der Honigbiene


Die kleine Honigbiene ist wirtschaftlich eine echte Größe. Um das nachzuvollziehen, reicht meist schon eine Zahl: Rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung der Honigbienen ab!
  Rund 80 % der 2.000 – 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen.
  Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Dies sind rund 2 Miliarden Euro jährlich in Deutschland und 70 Milliarden US-Dollar weltweit.
    
Damit nimmt die Honigbiene den 3. Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein!
    
Auch Obst und Gemüse profitieren deutlich, denn Erträge und Qualitätsmerkmale wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt, Keimkraft, Fruchtbarkeit und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert.

Honigbienen sind:

  •   extrem anpassungsfähig: sie besuchen insgesamt eine große Anzahl unterschiedlicher Blüten.
  •  blütenstet, das heißt, Honigbienen bleiben während eines Sammelfluges immer einer Blütenart treu; deswegen gibt es auch die unterschiedlichen Honigsorten wie Akazien-, Raps-, Kastanienhonig usw. 
  •  perfekt organisiert: Sammlerinnen kümmern sich ausschließlich um das Eintragen der Tracht (= Nahrung); andere 'Dienstgrade' sind Wächter, Fütterer der Königin usw. 
  •   den Solitärinsekten dank ihrer großen Anzahl  überlegen, auch weil sie eine soziale Gemeinschaft bilden. geben sie mit bestimmten Bienentänzen die Position zu einer Futterquelle erstaunlich genau weiter.
  •   fleißig: An einem Tag fliegt eine Biene bis zu 30 Mal aus und besucht bei einem Flug 200 bis 300 Blüten.   
  •   unermüdlich im Einsatz: Etwa 40.000 Mal muss eine Biene ausfliegen, um einen Liter Nektar zu sammeln, der schließlich ca. 500 Gramm Honig ergibt. Bei der Lebensdauer einer Biene von etwa zwei Wochen  (ohne Entwicklungsstadium)  ergibt das eine Flugleistung von bis zu 1.200 Kilometern. 
  •   fähig als Volk zu überwintern: Ein gesundes Volk startet mit etwa 4.000 – 8.000 Arbeiterinnen ins neue Jahr; der Imker muss aber für Winternahrung sorgen, bspw. durch Gabe von Zuckerlösung.

 

Das Beste für Bestäuber


Obwohl Honigbienen und andere Bestäuber jeden Tag ihr Bestes für Mensch und Natur geben, haben sich ihre Bedingungen in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Der Grund hierfür liegt besonders in der Landwirtschaft. Monotonie statt Vielfalt auf den Äckern und die voranschreitende Kultivierung der Landwirtschaft haben das Angebot an nektar- und pollenreichen Pflanzen eingeschränkt. Für die Honigbienen fehlen nach einem reichlichen Angebot im Frühjahr z. B. durch Obstblüte und Rapsanbau vor allem im Spätsommer Nahrungsquellen. Dies ist jedoch die wichtigste Zeit für ein Bienenvolk, um mit gesunden gut genährten Bienen den kommenden Winter zu überstehen.

Deshalb ist es gerade in den Städten sinnvoll, Honigbienenstöcke aufzustellen: Hier gibt es die ganze Saison über Blütenpflanzen, die den Bienen dienlich sind: Haus- und Schrebergärten, Parks und sogar Balkone mit sinnvoller Bepflanzung!

     Helfen Sie mit:

Fragt man Imker, wie man Bienen sicher und ohne viel Aufwand helfen kann, fällt meist der Begriff 'Bienenweide'. Damit sind Pflanzen gemeint, die sehr nektar- und pollenreich sind und deshalb besonders gerne von Bienen angeflogen werden. Viele dieser Bienenweidepflanzen können Sie mühelos im Garten, aber auch auf Balkon und Terrasse anpflanzen.

Der von vielen geschätzte englische Rasen ist für Tiere eine grüne Wüste und bietet keine Lebensmöglichkeit. Eine Wiese mit Kräutern und Blumen bringt dagegen Leben in jeden Garten.

  • Bäume:  Obstbäume, Weide, Kastanie, Robinie, Linde, Ahorn, Eberesche, Kornelkirsche, Traubenkirsche, Trompetenbaum   
  • Sträucher: Wilder Wein, Liguster, Roseneibisch (Hibiskus), Felsenmispel, Schneebeere, Clematis, Rosen (ungefüllt), Fingerstrauch, Kletterhortensie, Falscher Jasmin, Schneeheide, Schlehe, Weißdorn, Stechpalme, Berberitze, alle Beerensträucher, Efeu
  • Stauden und Zwiebelgewächse:   Schneeglöckchen, Krokus, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Bärlauch, Silberwurz, Steinkraut, Vergiss­meinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, Fette Henne, Salbei, Ziermohn, Kugeldistel, Sonnentau
  • Kräuter:   Thymian, Lavendel, Ysop, Schnittlauch, Boretsch, Salbei, Weinraute, Zitronenmelisse
  • Blumen: Goldmohn, Reseda, Cosmea, Beinwell, Malve, Katzenminze, Gamander, Phacelia, Tagetes, Kornblume, Sommerazalee, Sonnenblume, Senf, Aster, ungefüllte Dahlie, Herbstanemone, Goldrute

 

Trachtnet - Was ist das denn?

Ein geniales Hilsmittel für den Imker!

Wie wir bereits gelernt haben, bedeutet 'Tracht' in der Imkersprache  'Bienennahrung'; und wie wir wissen, ist 'Net' gleichbedeutend mit Internet. Und was eine Waage oftmals ausrichten kann, wissen wohl viele von uns menschlichen Benutzern: Bestürzung!

Aber für die Imker ist so etwas eine echte Bereicherung:

Eine solche Waage wird unter den Bienenstock gebracht und misst - wie zu erwarten - das Gewicht des Stockes. Hierbei kann der Imker über Tabellen im Internet ablesen, wieviel Honig sich im Stock befindet und wann es also Zeit wird, den Inhalt der Waben zu ernten, bevor die Bienen an Verstopfung leiden müssen... Eine ständige persönliche Kontrolle des Imkers kann also entfallen und erspart eine Menge Zeit!

Jedoch hat diese Waage, im Prinzip jedenfalls, auch einen Nachteil: sie wiegt ja auch das gesamte Bienenvolk mit! Die Bienen hocken logischerweise nicht dauernd im Stock, sondern fliegen ein und aus, womit sich das Gewicht der Stöcke ständig verändert...

Die Genialität dieser Trachtwaagen zeigt sich darin, dass sogar diese Aus- und Einflüge (zumindest in etwa) gezählt werden können und somit der Zuwachs an Honig gemessen werden kann, unter der Berücksichtigung des Nettogewichts eines leeren Bienenstockes!
   
Schauen Sie bitte hier auf diese Internetseite mit der Trachtwaage auf dem Vordach des Wilhelm-Hack-Museums:

Standardmäßig ist auf dieser Monitoring-Seite die Übersicht in einer Grafik eingestellt; zur besseren Lesbarkeit für uns Laien ist die Darstellung in einer Tabelle sinnvoller. Klicken Sie dazu bitte auf eine der beiden markierten Darstellungsmöglichkeiten bei dem nachfolgen Link:

  
Tracht-Waage auf dem Dach des Museums (1)


Völlig "abgefahren" sind die Informationen auf der folgenden Seite: Hier kann man sogar das Bienenvolk zählen, wie es ein- und ausfliegt!

Tracht-Waage auf dem Dach des Museums (2)